Des Herbstes Zauberwald

 

Wenn das Mondlicht an den Bäumen leckt,

Sterne ihre Wunder zeigen,

die herbstlich´ Nacht den Wald bedeckt,

tanzen Engel Liebesreigen.

 

Ein Hauch von Frieden legt sich nieder

auf diese angehauchte Pracht,

melodisch schöne Feenlieder

beenden  herbstlich kühle Nacht.

 

Das Morgenrot ist leicht erblasst

hinter einem Nebelschleier,

doch wenn´s die rechte Stund´ erfasst,

wird die Sonne zum Befreier.

 

Bald schon lässt sie Strahlen tanzen

über buntem Zauberwald,

Farben sich nicht mehr verschanzen,

von hellem Lichte angestrahlt.

 

Erwacht ist auch die Zauberhand,

tupft neue Farben in die Zeit,

ein schillernd buntes Märchenland

hält dieser Tag für uns bereit.

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Sommerwind

 

So steh ich hier im Garten mein

und lass den Wind gewähren,

der zieht um Blumen und Gestein,

die heiße Luft zu klären.

 

Er fegt durchs Blätterwerk der Eiche,

die tausend Winde kennt,

sein lauer Kuss, der weiche,

schmiegt ihre Äste ganz behänd.

 

So nimmt er auch die Sorgen fort,

die seit Stund mich drücken,

trägt weit sie hin zum andern Ort,

lässt Herz sich neu erquicken.

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Südliche Tage im Februar

 

Die Zeit scheint still zu stehen,

leise und träge vergehen die Minuten,

Hitze flimmert durch die Gassen

und es liegt eine süße Schwere in der Luft,

die all meine Sinne betört.

Sonnendurchflutet ist der Tag,

kein Windhauch weht Kühle in die Gemüter,

ruhig liegt das Meer, schweigt vor sich hin

und sonnt sich spiegelglatt in seinem Glanze.

Palmenblätter hängen reglos wie benommen

und der alte Olivenbaum steht silbern in seiner Ruh´,

Tauben, die auf seinen Ästen sitzen,

gurren ihre Lieder in die flirrende Luft,

derweil ein Schmetterling an mir vorüber zieht,

lautlos tanzend in all seiner Schönheit.

Fremdsprachige Stimmen dringen an mein Ohr,

die von einer Leichtigkeit getragen sind,

dass sie klingen wie schöne Melodien,

so wie die Gitarrenmusik,

die, von Melancholie getragen,

ihren Weg sich bahnt durch müde Gassen,

und sie regelrecht in Wehmut versetzt.

Ein südlicher Nachmittag im Februar,

der mich in seiner Trägheit erfasst

der mich in die Stille leitet ~

und es ist meine Seele,

die wie der Frühling erblüht.

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Januar im Süden

 

Es ist, als ob der Frühling atmet,

aus tiefen Lungen, Zug um Zug ~

und in des Himmels blauem Bett

verlieren Wölkchen sich im Flug.

 

Der Palmen grüne Federzweige

bewegen sachte sich im Blau,

der Amsel Melodiengeige

verjagt das allerletzte Grau.

 

 Mein Herz, es möchte mir zerspringen,

die Lebensgeister aufgewacht ~

und Seelchen will die Flügel schwingen,

hoch über alle diese Pracht.

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Sommerlust

  

Ein Hauch streicht über gold´ne Wiesen,

die Halme wiegen sich im Wind

als ob aus allen Paradiesen

die Freuden ausgebrochen sind.

 

Die Sommersonne, heiß und lüstern,

trinkt träge alle Bäche leer

und über allem liegt ein Flüstern

und eine sinnliche Begier.

 

Der Sommerfreuden tiefste Tiefen

ergreifen mich und meine Lust,

Gefühle, die die Zeit verschliefen,

erfüllen nunmehr meine Brust.

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Sommertag

 

Sonnenflügel ausgebreitet,

Hitze liegt auf Wald und Flur ~

und das gold´ne Licht, es schreitet

ganz verliebt durch die Natur.

 

Über Wegen Hitzeflimmern,

träge fließt der kleine Fluss,

kleine, weiße Wolken schimmern

uns zum sommerlichen Gruß.

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Lavendelfeld

 

Weiße Schmetterlinge tanzen

über dem Lavendelfeld,

denn der Nektar dieser Pflanzen,

scheint allein für sie bestellt.

 

Und im Geiste dreh im Reigen,

leichten Fußes ich mich mit,

mach mir ihre Lust zu eigen,

bis die Sonn´von dannen zieht.

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Frühling überall

 

Es fröstelten endlose Wochen,

kurz war´n die Tage und kalt,

nun scheint´s, der Winter ist gebrochen,

Farbe wird ins Land gemalt.

 

Seelen werden von Wehmut befreit ~

und stehen für neues Leben,

hinweg das Gewand der Dunkelheit,

lasset ins Licht sie entschweben.

 

Und auch die Herzen glühen auf´s Neu,

Funken der Liebe, sie fliegen,

bis sie letztendlich sich ohne Scheu

liebend ineinander schmiegen.

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Der Baum

 

Er steht und trotzet stolz den Winden,

die sein Geäst durchziehen ~

und keins der Jahre möchte fliehen,

die um den Stamm sich binden.

 

Dreihundert Jahr nun reckt er schon

seine Äste ins Unendlich,

mir scheint´s, er träumt gar inniglich

schon von der nächsten Dimension.

 

Und wenn das erste Blatt alsdann

den zarten Hauch des Himmels spürt,

wenn ihn die Ewigkeit berührt,

rinnt seine Träne still bergan.

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Stille der Nacht

 

Die Nacht, sie liegt in dunklen Ringen
schwer auf des Schöpfers Erde,
wird Baum und Haus und Seel bezwingen,
damit es stille werde.

Allein der Wind hat noch ein Klagen,
weil´s ihn treibt durch Feld und Flur,
bis jeglich´ Kräfte ihm versagen,
lautlos bleibt nun seine Spur.

Da ist kein Vogel mehr am Singen,
keine Seel, die sich noch traut,
auch nur ganz leise zu erklingen;
stille Stunden, ohne Laut.

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Mondhell

Ermüdet gleitet rot die Sonne

in den Horizont hinein,
sie gebar dem Tag die Wonne,
wärmend hellen Lichterschein.

Schon steht im Abendrot der Wald,
kühler Wind streicht ums Geäst
und erste Sterne leuchten bald
dem kleinen Vogel in sein Nest.

Einen dunklen Hauch von Schweigen
legt die Nacht nun übern Tann,
bis der Mond in diesem Reigen
zündet dann sein Lichtlein an.

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Herbst am Fluss

 

Ein goldenes Ufer verziert den Fluss,
glitzernd Diamanten drin schwimmen,
Geschenk der Sonne, mit zartem Kuss,
Sterne, die die Wellen erklimmen.

Behäbig fließt nun das Wasser dahin ~
und trägt des Abends liebliches Licht,
schickt das Glitzern zum Horizont hin,
bis dieses sich im Abendrot bricht.

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Herbstschwere

 

Tief liegt der Wald und herbstesschwer,

es tropft der Nebel von den Bäumen

und ihre Blätter zittern sehr,

weil sie schon Winter träumen.

 

Und weißt du wie mein Leben bebt,

wenn durch den Wald ich gehe,

viel zu viel ist schon verlebt,

Winter, eh ich mich versehe.

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Erster Wintertag

 

Klar ist die Luft heute Morgen und kalt,

sie legt sich eisig auf meine Haut,
schickt mir ein Schaudern durch den warmen Körper.
Ein tiefer Atemzug strömt kalt in meine Lungen,
ich kann das Ausatmen sehen.
Winter ist es nun geworden, über Nacht.
Der Himmel ist übersät mit Wolken;
wuchtige Gebilde, die die Fantasie anregen,
überaus hastig reisen sie dahin,
so als müssten sie baldigst zu Hause sein.
Im raschen Galopp ein Pferd,
dessen Reiter, in seinem wehenden Gewand,
es noch geschwinder vorantreibt ~
und sie fliegen durch das Morgenrot,
das sich immer wieder hinter den Wolken versteckt.
Hie und da, wenn es die Wolkengebilde erlauben,
lässt es sich mein Auge an seiner Farbe erfreuen.
Der Boden unter meinen Füßen ist gefroren
und kleine Eiskristalle legten sich über Nacht
auf die letzten Blätter des Eichenbaumes,
lassen ihn erzittern in seiner ganzen Größe;
wie gerne erinnern sie sich an warme, längst vergangene Tage.
Der Baum hat seine Kraft verloren,
Winterschlaf lässt ihn stille stehen und schweigen.
Kein Vogel singt ihm sein Morgenlied,
gewiss wird den Gesang er wehmütig vermissen,
bis zum Frühling jedoch muss er geduldig sein.
Die letzte Rose, in ihrer Schönheit eingefroren,
eine reizende Tänzerin im gläsernen Kleid,
beschützt von eiserstarrten Dornen;
der letzte Tanz mit dem gestrigen Winde verflossen.
Auch die flauschigen Köpfe der Gräser daneben
hat die Winternacht eingekleidet;
neue Frostkleider und Mützen schwer,
lassen sie märchenhaft erscheinen,
jedoch ihre Köpfe beugen sich bodentief.
~ Der erste Wintertag ist da. ~
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