Südliche Tage im Februar

 

Die Zeit scheint still zu stehen,

leise und träge vergehen die Minuten,

Hitze flimmert durch die Gassen

und es liegt eine süße Schwere in der Luft,

die all meine Sinne betört.

Sonnendurchflutet ist der Tag,

kein Windhauch weht Kühle in die Gemüter,

ruhig liegt das Meer, schweigt vor sich hin

und sonnt sich spiegelglatt in seinem Glanze.

Palmenblätter hängen reglos wie benommen

und der alte Olivenbaum steht silbern in seiner Ruh´,

Tauben, die auf seinen Ästen sitzen,

gurren ihre Lieder in die flirrende Luft,

derweil ein Schmetterling an mir vorüber zieht,

lautlos tanzend in all seiner Schönheit.

Fremdsprachige Stimmen dringen an mein Ohr,

die von einer Leichtigkeit getragen sind,

dass sie klingen wie schöne Melodien,

so wie die Gitarrenmusik,

die, von Melancholie getragen,

ihren Weg sich bahnt durch müde Gassen,

und sie regelrecht in Wehmut versetzt.

Ein südlicher Nachmittag im Februar,

der mich in seiner Trägheit erfasst

der mich in die Stille leitet ~

und es ist meine Seele,

die wie der Frühling erblüht.

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Januar im Süden

 

Es ist, als ob der Frühling atmet,

aus tiefen Lungen, Zug um Zug ~

und in des Himmels blauem Bett

verlieren Wölkchen sich im Flug.

 

Der Palmen grüne Federzweige

bewegen sachte sich im Blau,

der Amsel Melodiengeige

verjagt das allerletzte Grau.

 

 Mein Herz, es möchte mir zerspringen,

die Lebensgeister aufgewacht ~

und Seelchen will die Flügel schwingen,

hoch über alle diese Pracht.

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In meinen Tiefen

 

Siehst du nicht mein Herz,

Das ich vor dir ausgebreitet?

Damals, in einer stillen Stunde,

Da du mir deines versprachst ~

Hast leis´es wieder mitgenommen,

Mir meine Sonne verhängt,

Mir meine Stunden ertränkt,

Mich aller Sterne beraubt.

Und doch...

... Lebst du in meinen Tiefen.

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Lied der Sehnsucht

 

Lass es noch einmal erklingen,

das Lied der Sehnsucht,

lass meine Seele noch einmal tanzen ~

und mein Herz vor Glück zerspringen.

Noch einmal möchte ich fühlen,

diese Leichtigkeit des Seins

möchte schweben in deinen Armen,

von dir gehalten,

von dir getragen sein,

die Geborgenheit spüren,

die du mir immer geschenkt ~

und frei sein mit dir,

nur mit dir.

Oh lass es noch einmal erklingen,

das Lied unserer Sehnsucht.

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Einsam

 

Verlassen abends alle Straßen,

wenn die Stadt sich schlafen legt,

einsam auch die kleinen Gassen,

öde, trostlos, leergefegt.

 

Nur der Bettler schaut durch jede Scheibe,

jede Tür, in jeden Schacht,

auf der Suche nach der Bleibe,

die ihn trägt durch diese Nacht.

 

Einsamkeit macht tränenleer,

schenkt dem Geiste nur noch Schmerz,

des Bettlers Füße, bleiern schwer,

sind sie doch müde, müde wie sein Herz.

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Freigeist

 

So licht ist es und weit um dich,

schon greifst du nach den Sternen,

die noch in weiten Fernen,

doch fühlst du freiheitlich.

 

Dein Geist schwebt über allen Weiten,

du bist ein Grenzlosgänger,

ein Tausend-Winde-Fänger ~

und Herr über alle Gezeiten.

 

So lass dich tragen von den Winden,

weit über unser Denken hinaus,

der Freiheit wächst kein Haus,

drin würde sie erblinden.

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Sommerlust

  

Ein Hauch streicht über gold´ne Wiesen,

die Halme wiegen sich im Wind

als ob aus allen Paradiesen

die Freuden ausgebrochen sind.

 

Die Sommersonne, heiß und lüstern,

trinkt träge alle Bäche leer

und über allem liegt ein Flüstern

und eine sinnliche Begier.

 

Der Sommerfreuden tiefste Tiefen

ergreifen mich und meine Lust,

Gefühle, die die Zeit verschliefen,

erfüllen nunmehr meine Brust.

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Seele in der Hand


Ausgebrannt, die Seele in der Hand
Nacktes Überleben
Und alle Weiten sind verbannt
Den Tagen bleibt ein ängstlich Beben.


Es sind die Träume mir verloren
Wo ist nur das Sternenheer
Keiner wird mehr neu geboren
Und auch die Flüsse fließen nicht mehr.

Selbst die Musik ist längst verklungen
Alle Stunden ohne Laut
Versprochen einst von Engelszungen
Ist alles in der Zeit ergraut.

Münder woll'n nichts mehr verkünden
Und alle Herzen sind so leer
Selbst in den tiefsten Wiesengründen
Blühen keine Blumen mehr.

Einsamkeit in allen Welten
Wo bleibt nur des Lebens Sinn
Selbst in all den Himmelszelten
Fließen nur die Stunden hin.

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Frühling überall

Es fröstelten endlose Wochen,
kurz war'n die Tage und kalt,
nun scheint's, der Winter ist gebrochen,
Farbe wird ins Land gemalt.

Seelen werden von Wehmut befreit ~
und stehen für neues Leben,
hinweg das Gewand der Dunkelheit,
lasset ins Licht sie entschweben.

Und auch die Herzen glühen auf's Neu,
Funken der Liebe,  sie fliegen,
bis sie letztendlich sich ohne Scheu
liebend ineinander schmiegen.

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Morgens

Erste Morgennebel ziehen
übern Horizont ins Land,
Ängste dieser Nacht entfliehen
eiligst in dem schwarz Gewand.

Zartes Rot der Frühlingssonne
flutet bald den jungen Tag,
selbst die Stunde wagt mit Wonne
ihren ersten Flügelschlag.

Schon spür ich den Puls der Freiheit,
die Gedanken weiten sich ~
und Sehnsucht reift in meine Zeit,
neuer Tag beflügelt mich.

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Schrei der Nacht

Es ist der Schrei der Nacht,
der lautlos mich erfüllt ~
und mit aller Macht
meine Sehnsucht schwillt.

Ich greif nach den Sternen,
die glüh'n am Firmament,
überwinde Fernen,
bis mein Herze brennt.

Nun gibt es kein Zurück
in frostig Einsamkeit,
sternenhelles Glück
lebt hier meine Zeit.

Jedoch der Morgen ruft
in mein Seelig sein,
kalt alsbald die Luft,
alles war nur Schein.

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Frühling in deinem Herbst

Und wenn der Frühling dann
Deinen Herbst erhellt
Sich ganz profan
Dir in den Weg sich stellt
Wenn er mit ersten Blüten
Deinen Blick besticht
Wenn er behüten
Will der Sonne Licht
Dann weitet er dein altes Herz
Und Wärm in deine Seele zieht
Froh und ohne Schmerz
Klingt nun dein Abendlied

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Du verstehst mich jetzt

 

Vor Jahr und Tag schon
hast du ihn betreten,
den endlosen Raum der Ewigkeit;
schmerzvoll wurden alle Tage.
In Trauer blieb ich zurück ~
und doch auch befreit.

 

Als alle Ketten fielen,
konnte ich mich endlich selbst erkennen,
konnte all meine Nöte offen legen
und all meine Wunden bluten lassen,
die so lange ich verbarg.
Ich bekannte mich zu meinen tiefsten Gefühlen,
befreite meine gefangenen Gedanken
und erlöste mein eingeengtes Herz.

 

Nun kann mein Allerinnerstes ich dir zeigen,

ich spüre, du verstehst mich jetzt!

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Tagesend

 

Ich stehl´mir die letzte Stunde des Tages,

auch wenn sie so dunkel schon ist,

ist sie doch eben im Wachsen und Werden ~

was sie bringt, das weiß ich noch nicht.

 

So wächst sie in ihre zwölf Ringe hinein,

blind und in endloser Stille ~

und die raue Zärtlichkeit der Dunkelheit

lässt meinen Tag bald entschwinden.

 

Ich höre das Singen der Welten nicht mehr,

Chöre aus tausenden Kehlen,

als ob die Stunde mir gestorben wär ~

und schau... der neue Tag beginnt.

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Erster Wintertag
 
Klar ist die Luft heute Morgen und kalt,
sie legt sich eisig auf meine Haut,
schickt mir ein Schaudern durch den warmen Körper.
Ein tiefer Atemzug strömt kalt in meine Lungen,
ich kann das Ausatmen sehen.
Winter ist es nun geworden, über Nacht.
Der Himmel ist übersät mit Wolken;
wuchtige Gebilde, die die Fantasie anregen,
überaus hastig reisen sie dahin,
so als müssten sie baldigst zu Hause sein.
Im raschen Galopp ein Pferd,
dessen Reiter, in seinem wehenden Gewand,
es noch geschwinder vorantreibt ~
und sie fliegen durch das Morgenrot,
das sich immer wieder hinter den Wolken versteckt.
Hie und da, wenn es die Wolkengebilde erlauben,
lässt es sich mein Auge an seiner Farbe erfreuen.
Der Boden unter meinen Füßen ist gefroren
und kleine Eiskristalle legten sich über Nacht
auf die letzten Blätter des Eichenbaumes,
lassen ihn erzittern in seiner ganzen Größe;
wie gerne erinnern sie sich an warme, längst vergangene Tage.
Der Baum hat seine Kraft verloren,
Winterschlaf lässt ihn stille stehen und schweigen.
Kein Vogel singt ihm sein Morgenlied,
gewiss wird den Gesang er wehmütig vermissen,
bis zum Frühling jedoch muss er geduldig sein.
Die letzte Rose, in ihrer Schönheit eingefroren,
eine reizende Tänzerin im gläsernen Kleid,
beschützt von eiserstarrten Dornen;
der letzte Tanz mit dem gestrigen Winde verflossen.
Auch die flauschigen Köpfe der Gräser daneben
hat die Winternacht eingekleidet;
neue Frostkleider und Mützen schwer,
lassen sie märchenhaft erscheinen,
jedoch ihre Köpfe beugen sich bodentief.
~ Der erste Wintertag ist da. ~
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Vaters geliebtes Gesicht
 
Dein Antlitz war so wunderschön,
denn da waren die Spuren deines Lebens,
eingegraben, wie kleine Furchen auf einem Feld.
Kleine Hügel, kleine Täler,
feine Äderchen und Tränensäcke,
die Augenlider lagen auf den Wimpern
und auch deine Lippen trugen Fältchen.
Kleine Lachfalten umspielten deinen Mund
und deine Stirn trug Spuren der vergangenen Sorgen,
umrahmt von ergrautem Haar.
Manchmal verlor sich dein Blick im Innern,
manchmal auch in der Ferne ~
manchmal jedoch lachten deine Augen und sprühten,
wie die eines Kindes ~
und du ließest in deine Seele blicken,
tief in deine Kinderseele.
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Traumschiff
Es zieht ein Schiff am Horizont,
ein fernen Weiten meines Traum's,
im fahlen Licht vom halben Mond,
am fernen Rand des Erdenraum's.
Beladen mit Glückseligkeit,
mit wahrer Liebe blum'umflort,
treibt still es auf dem Saum der Zeit,
auf seinem Weg zum Heimatport.
Der ruht im Traumland meiner Seel',
im schillernd purpurfarben Fluss ~
und dort, auf Nächtens Archipel,
fasst tiefe Liebe ewig Fuß
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Gedanken

Wohin mit all den Gedanken,
wo sind die Schranken,
die zum Stillstand sie bringen,
auch wenn sie ringen ~
und nicht weichen?

Wie wallende Gewänder,
die, eingeengt in Bänder,
sprengen alle Möglichkeiten,
Ewigkeiten überschreiten ~
und nicht enden.

Weiter strömen alle Fluten,
aus Wunden, die bluten,
uferlos und voll Verlangen,
ehe sie gefangen ~
in dem Schlund Vergessenheit.
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