Januarmorgen

 

 Mein erster Augenaufschlag

Ein leises Gähnen

An diesem Morgen im Januar

Eingekuschelt in die Wärme des Bettes

Von den Träumen verlassen

Spüre ich ... dich

Dein Arm ruht auf mir

Ich höre dein ruhiges, gleichmäßiges Atmen

Fühle diesen feinen Hauch auf meiner Schulter

Der mich Leben spüren lässt

Unser Leben

Unsere Liebe

Du und ich

Ich bin geborgen

In deiner Liebe

Zwei, drei Zentimeter rücke ich näher zu dir

Mehr Raum lag nicht zwischen uns

Und doch will ich dich ganz spüren

Dich und deine Wärme

Und deine Liebe

An diesem Januarmorgen

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Des Herbstes Zauberwald

 

Wenn das Mondlicht an den Bäumen leckt,

Sterne ihre Wunder zeigen,

die herbstlich Nacht den Wald bedeckt,

tanzen Engel Liebesreigen.

 

Ein Hauch von Frieden legt sich nieder

auf diese angehauchte Pracht,

melodisch schöne Feenlieder

beenden herbstlich kühle Nacht.

 

Das Morgenrot ist leicht erblasst

hinter einem Nebelschleier,

doch wenn´s die rechte Stund erfasst,

wird die Sonne zum Befreier.

 

Bald schon lässt sie Strahlen tanzen

über buntem Zauberwald,

Farben sich nicht mehr verschanzen,

von hellem Lichte angestrahlt.

 

Erwacht ist auch die Zauberhand,

tupft neue Farben in die Zeit,

ein schillernd buntes Märchenland

hält dieser Tag für uns bereit.

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Sommergedanken

 

Die Leichtigkeit der Sommerzeit

trägt mich durch diese Tage,

es sind mir die Gedenken weit ~

und nichts stell ich in Frage.

 

Es glüht die Sonne überm Land

und lässt die Ähren reifen,

ich stehe da am Feldesrand,

lass meine Blicke schweifen.

 

Da denk ich an die Kinderzeit,

als die Menschen auf den Feldern,

wo heute nur noch Einsamkeit ~

es ist nicht mehr wie gestern.

 

Ich seh vor meinen Augen Bilder,

die mich lächeln lassen,

leiser war das Leben und auch milder,

einmal noch möcht ich es fassen.

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Meeresstunden

 

Schnell ist dieser Tag am Meer vergangen,

weil er tief in seiner Zeit gefangen ~

schon breitet Abend seine Arme aus,

legt still sie um des Fischers kleines Haus.

 

Da bläst Poseidon seine Wangen auf

und lässt die wilden Winde los zu Hauf,

bis diese in den Wanten singen,

die Boote einen Chor anstimmen.

 

Es scheint, der Gott der Meere ist erzürnt,

denn weiße Gischt die Wellenkämm´erstürmt,

die eilends sich einander jagen,

gemeinsam diese Stund´beklagen.

 

Ganz selig verschläft der Fischer die Nacht,

von allen Engeln der Meere bewacht,

als er früh morgens verlässt den Hafen,

liegt still das Meer, als hätt es geschlafen.

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Träume

 

Und da sind dann diese Träume

von Menschlichkeit und Wohlgefallen,

dem Leben mit- und füreinander

und Liebe, die im Sturm besteht.

Da sind Vögel, die die Zeit besingen,

Tiere ohne Angst und Qual,

Tage voller Sonnenlachen ~

und Winde, die den Geist befrei´n.

Blumen, die im Tanz sich küssen,

weil ihr Dasein voller Freud,

Flüsse leise gurgelnd fließen,

sacht von der Natur getrieben.

Bäume streben hoch gen Himmel,

wie alle Seelen dieser Welt,

um in diesem Raum des Friedens

vereint zu sein in tiefer Lieb.

da sind immer noch die Träume.

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Verankert

 

Tief verankert inmitten von Fernen,

lass ich meine Gedanken fliegen,

übern Horizont, hin zu den Sternen,

die sie sacht im Lichte wiegen.

 

Mit an Bord meine Träume von Freiheit,

ich möchte meinen Anker lichten,

möchte entfliehen der rastlosen Zeit ~

und allen weltlichen Pflichten.

 

Doch weiß ich auch um Stürme, die toben,

auf allen so schutzlosen Meeren,

drum werde ich mir den Anker loben,

meine kleine Bucht begehren.

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Morgen am Meer

 

Am Ufer stehend, am frühen Morgen,

dicht bei dem noch schläfrigen Meer,

fühle so seltsam ich mich geborgen,

warm und weich und gar sorgenleer.

 

Der Horizont ist kaum zu erkennen,

noch hält das Meer ihn im Arm,

wie zwei Geschwister, die sich nicht trennen,

inniglich und herzenswarm.

 

Mein Herz wird mir leicht, umarmt diesen Tag,

der auf lautlosen Sohlen geht ~

und im Fluge hat er, wie ich es mag,

all´Kälte und Enge verweht.

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Im du und ich

 

Der Tag ist lange schon gegangen,

morgenwärts, auf leisen Sohlen ~

die Träume haben sich verfangen

im Sternenfunkeln unverhohlen.

 

Und der Garten dieser Wundernacht

blüht sternenklar und märchenhaft,

runder Mond in Glanz und silbern Pracht,

strahlt am Firmament mit stiller Kraft.

 

Oh Sternlein, lasset die Träume mich

begleiten durch die Dunkelheit,

ich würd so gerne im du und ich

verweilen bis hin zur Morgenzeit.

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Lass wachsen

 

Was ist es, was mein Herz erfüllt,

was meiner Seele Gnad´gewährt,

was meine große Sehnsucht stillt ~

und meinen tiefen Frieden nährt?

 

Was führt mich in ein stilles Sein,

schenkt Ruhe mir und Glück,

erscheint mir wie ein gülden Schrein,

vom Paradies ein Stück?

 

Es ist die Liebe hier auf Erden,

die nach Ihresgleichen sinnt,

lass sie wachsen, lass sie werden,

auf dass mein Leben neu beginnt.

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Abend am Hafen

 

Das Abendlicht liegt überm Hafen

Kleine Boote schaukeln sacht

Leise ging die Sonne schlafen

Überlässt der Nacht die Macht.

 

Ein verspätet Fischerboot

Fährt noch in den Hafen ein

Taucht den Bug ins Abendrot

Das Heck bedeckt vom Lampenschein.

 

Der Horizont verfärbt sich nun

Dunkelheit taucht in das Meer

Selbst die lauen Winde ruh´n

Straßen werden menschenleer.

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Jahr und Tag

 

Wie doch ein Sein kann werden

Nach so vielen Jahren hier auf Erden

Und so träum ich vor mich hin

Tausende Tage im Sinn

Königinnenstunden

Weltenwunden

Hoch geflogen, tief gefallen

Wie doch die Tage widerhallen

Ich öffne mein Fenster und schließe es wieder

Denn es regnet alle Sünden nieder

Ich möchte sie jagen, möchte sie scheuchen

Bis sie aus dieser Welt entfleuchen

Doch blieben sie nicht ungeschehen

Für meine Seel´nicht ungesehen

So lasse die Türe ich unberührt

Bevor sie mich ins Verderbnis führt.

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Fragen

 

Sag mir, wo beginnt die Nacht,

wo stehen all die Sterne,

wo endet der Tag mit Macht ~

und wo endet die Ferne?

 

Ist der Horizont zu greifen,

was sehe ich im Nichts,

wer lässt all die Winde reifen,

erzeugt den Schein des Lichts?

 

Wird´s die Liebe ewig geben,

werden Hass und Neid ganz klein,

wird vielleicht mein kleines Leben

nicht umsonst gewesen sein?

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Quelle des Lebens

 

Lass wachsen uns in deine Tage,

die sonnendurchflutet sind,

so wie du einst hast ohne Klage,

erschaffen uns als reines Kind.

 

Lass unsre Herzen wieder lieben,

damit die Gitter fallen,

schenk unsren Seelen neuen Frieden,

zu aller Wohlgefallen.

 

Dann wäre dein Werk dir gelungen,

Garten Eden neu erwacht,

grad wie ein Brunnen frisch entsprungen,

Quelle des Lebens in Pracht.

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Sommerwind

 

So steh ich hier im Garten mein

und lass den Wind gewähren,

der zieht um Blumen und Gestein,

die heiße Luft zu klären.

 

Er fegt durchs Blätterwerk der Eiche,

die tausend Winde kennt,

sein lauer Kuss, der weiche,

schmiegt ihre Äste ganz behänd.

 

So nimmt er auch die Sorgen fort,

die seit Stund mich drücken,

trägt weit sie hin zum andern Ort,

lässt Herz sich neu erquicken.

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Ich fühle es

 

Manchmal, manchmal fühl ich dich so nah,

ich spüre deine Seele lächeln ~

in all ihrer Wärme,

in all ihrer Liebe ~

und mein Herz öffnet alle Tore,

diese Wärme,

diese Liebe einzufangen,

einzufangen, um davon zu zehren ~

genau wie damals,

in meiner Kindheit,

als du mir sagtest:

"ein Mutterherz schlägt ewig."

Ich fühle es!

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Verboten

 

Es ist mein Blut, das mich bezwang

den Einen von mir zu weisen,

nun zieht meine Seel´am Geblüm entlang,

verzweifelt, in einsamen Kreisen.

 

Oh du mein Herz, warum hast du nur

die alten Stimmen erhört ~

und diesen einen, herzehrlichen Schwur

so kühl und verblendet zerstört?

 

 Die dunkelste Nacht nun trägt mich kalt

in die einsame Starre des Seins,

nur lichtleere Straßen in ihrer Gestalt ~

und das Leben? Nein, Leben gibt´s keins.

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Am Morgen

 

Ach wie ist´s ein Arges mir

in deinen stummen Weiten zu stehen,

oh lass die milden Winde wehen

und still mir meine Begier.

 

Schenk mir den Trank vom Morgentau,

den Flügelschlag der Zeit ~

bald wird mir meine Seele weit,

knüpft sich in Himmels Blau.

 

Und an des Meeres schäumend Saum,

dem Horizont nicht fern,

nah bei meinem Morgenstern,

malt dieser Tag sich mir zum Traum.

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Südliche Tage im Februar

 

Die Zeit scheint still zu stehen,

leise und träge vergehen die Minuten,

Hitze flimmert durch die Gassen

und es liegt eine süße Schwere in der Luft,

die all meine Sinne betört.

Sonnendurchflutet ist der Tag,

kein Windhauch weht Kühle in die Gemüter,

ruhig liegt das Meer, schweigt vor sich hin

und sonnt sich spiegelglatt in seinem Glanze.

Palmenblätter hängen reglos wie benommen

und der alte Olivenbaum steht silbern in seiner Ruh´,

Tauben, die auf seinen Ästen sitzen,

gurren ihre Lieder in die flirrende Luft,

derweil ein Schmetterling an mir vorüber zieht,

lautlos tanzend in all seiner Schönheit.

Fremdsprachige Stimmen dringen an mein Ohr,

die von einer Leichtigkeit getragen sind,

dass sie klingen wie schöne Melodien,

so wie die Gitarrenmusik,

die, von Melancholie getragen,

ihren Weg sich bahnt durch müde Gassen,

und sie regelrecht in Wehmut versetzt.

Ein südlicher Nachmittag im Februar,

der mich in seiner Trägheit erfasst

der mich in die Stille leitet ~

und es ist meine Seele,

die wie der Frühling erblüht.

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Januar im Süden

 

Es ist, als ob der Frühling atmet,

aus tiefen Lungen, Zug um Zug ~

und in des Himmels blauem Bett

verlieren Wölkchen sich im Flug.

 

Der Palmen grüne Federzweige

bewegen sachte sich im Blau,

der Amsel Melodiengeige

verjagt das allerletzte Grau.

 

 Mein Herz, es möchte mir zerspringen,

die Lebensgeister aufgewacht ~

und Seelchen will die Flügel schwingen,

hoch über alle diese Pracht.

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