Träume

 

Und da sind dann diese Träume

von Menschlichkeit und Wohlgefallen,

dem Leben mit- und füreinander

und Liebe, die im Sturm besteht.

Da sind Vögel, die die Zeit besingen,

Tiere ohne Angst und Qual,

Tage voller Sonnenlachen ~

und Winde, die den Geist befrei´n.

Blumen, die im Tanz sich küssen,

weil ihr Dasein voller Freud,

Flüsse leise gurgelnd fließen,

sacht von der Natur getrieben.

Bäume streben hoch gen Himmel,

wie alle Seelen dieser Welt,

um in diesem Raum des Friedens

vereint zu sein in tiefer Lieb.

da sind immer noch die Träume.

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Verankert

 

Tief verankert inmitten von Fernen,

lass ich meine Gedanken fliegen,

übern Horizont, hin zu den Sternen,

die sie sacht im Lichte wiegen.

 

Mit an Bord meine Träume von Freiheit,

ich möchte meinen Anker lichten,

möchte entfliehen der rastlosen Zeit ~

und allen weltlichen Pflichten.

 

Doch weiß ich auch um Stürme, die toben,

auf allen so schutzlosen Meeren,

drum werde ich mir den Anker loben,

meine kleine Bucht begehren.

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Morgen am Meer

 

Am Ufer stehend, am frühen Morgen,

dicht bei dem noch schläfrigen Meer,

fühle so seltsam ich mich geborgen,

warm und weich und gar sorgenleer.

 

Der Horizont ist kaum zu erkennen,

noch hält das Meer ihn im Arm,

wie zwei Geschwister, die sich nicht trennen,

inniglich und herzenswarm.

 

Mein Herz wird mir leicht, umarmt diesen Tag,

der auf lautlosen Sohlen geht ~

und im Fluge hat er, wie ich es mag,

all´Kälte und Enge verweht.

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Im du und ich

 

Der Tag ist lange schon gegangen,

morgenwärts, auf leisen Sohlen ~

die Träume haben sich verfangen

im Sternenfunkeln unverhohlen.

 

Und der Garten dieser Wundernacht

blüht sternenklar und märchenhaft,

runder Mond in Glanz und silbern Pracht,

strahlt am Firmament mit stiller Kraft.

 

Oh Sternlein, lasset die Träume mich

begleiten durch die Dunkelheit,

ich würd so gerne im du und ich

verweilen bis hin zur Morgenzeit.

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Lass wachsen

 

Was ist es, was mein Herz erfüllt,

was meiner Seele Gnad´gewährt,

was meine große Sehnsucht stillt ~

und meinen tiefen Frieden nährt?

 

Was führt mich in ein stilles Sein,

schenkt Ruhe mir und Glück,

erscheint mir wie ein gülden Schrein,

vom Paradies ein Stück?

 

Es ist die Liebe hier auf Erden,

die nach Ihresgleichen sinnt,

lass sie wachsen, lass sie werden,

auf dass mein Leben neu beginnt.

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Abend am Hafen

 

Das Abendlicht liegt überm Hafen

Kleine Boote schaukeln sacht

Leise ging die Sonne schlafen

Überlässt der Nacht die Macht.

 

Ein verspätet Fischerboot

Fährt noch in den Hafen ein

Taucht den Bug ins Abendrot

Das Heck bedeckt vom Lampenschein.

 

Der Horizont verfärbt sich nun

Dunkelheit taucht in das Meer

Selbst die lauen Winde ruh´n

Straßen werden menschenleer.

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Jahr und Tag

 

Wie doch ein Sein kann werden

Nach so vielen Jahren hier auf Erden

Und so träum ich vor mich hin

Tausende Tage im Sinn

Königinnenstunden

Weltenwunden

Hoch geflogen, tief gefallen

Wie doch die Tage widerhallen

Ich öffne mein Fenster und schließe es wieder

Denn es regnet alle Sünden nieder

Ich möchte sie jagen, möchte sie scheuchen

Bis sie aus dieser Welt entfleuchen

Doch blieben sie nicht ungeschehen

Für meine Seel´nicht ungesehen

So lasse die Türe ich unberührt

Bevor sie mich ins Verderbnis führt.

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Fragen

 

Sag mir, wo beginnt die Nacht,

wo stehen all die Sterne,

wo endet der Tag mit Macht ~

und wo endet die Ferne?

 

Ist der Horizont zu greifen,

was sehe ich im Nichts,

wer lässt all die Winde reifen,

erzeugt den Schein des Lichts?

 

Wird´s die Liebe ewig geben,

werden Hass und Neid ganz klein,

wird vielleicht mein kleines Leben

nicht umsonst gewesen sein?

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Quelle des Lebens

 

Lass wachsen uns in deine Tage,

die sonnendurchflutet sind,

so wie du einst hast ohne Klage,

erschaffen uns als reines Kind.

 

Lass unsre Herzen wieder lieben,

damit die Gitter fallen,

schenk unsren Seelen neuen Frieden,

zu aller Wohlgefallen.

 

Dann wäre dein Werk dir gelungen,

Garten Eden neu erwacht,

grad wie ein Brunnen frisch entsprungen,

Quelle des Lebens in Pracht.

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Sommerwind

 

So steh ich hier im Garten mein

und lass den Wind gewähren,

der zieht um Blumen und Gestein,

die heiße Luft zu klären.

 

Er fegt durchs Blätterwerk der Eiche,

die tausend Winde kennt,

sein lauer Kuss, der weiche,

schmiegt ihre Äste ganz behänd.

 

So nimmt er auch die Sorgen fort,

die seit Stund mich drücken,

trägt weit sie hin zum andern Ort,

lässt Herz sich neu erquicken.

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Ich fühle es

 

Manchmal, manchmal fühl ich dich so nah,

ich spüre deine Seele lächeln ~

in all ihrer Wärme,

in all ihrer Liebe ~

und mein Herz öffnet alle Tore,

diese Wärme,

diese Liebe einzufangen,

einzufangen, um davon zu zehren ~

genau wie damals,

in meiner Kindheit,

als du mir sagtest:

"ein Mutterherz schlägt ewig."

Ich fühle es!

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Verboten

 

Es ist mein Blut, das mich bezwang

den Einen von mir zu weisen,

nun zieht meine Seel´am Geblüm entlang,

verzweifelt, in einsamen Kreisen.

 

Oh du mein Herz, warum hast du nur

die alten Stimmen erhört ~

und diesen einen, herzehrlichen Schwur

so kühl und verblendet zerstört?

 

 Die dunkelste Nacht nun trägt mich kalt

in die einsame Starre des Seins,

nur lichtleere Straßen in ihrer Gestalt ~

und das Leben? Nein, Leben gibt´s keins.

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Am Morgen

 

Ach wie ist´s ein Arges mir

in deinen stummen Weiten zu stehen,

oh lass die milden Winde wehen

und still mir meine Begier.

 

Schenk mir den Trank vom Morgentau,

den Flügelschlag der Zeit ~

bald wird mir meine Seele weit,

knüpft sich in Himmels Blau.

 

Und an des Meeres schäumend Saum,

dem Horizont nicht fern,

nah bei meinem Morgenstern,

malt dieser Tag sich mir zum Traum.

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Südliche Tage im Februar

 

Die Zeit scheint still zu stehen,

leise und träge vergehen die Minuten,

Hitze flimmert durch die Gassen

und es liegt eine süße Schwere in der Luft,

die all meine Sinne betört.

Sonnendurchflutet ist der Tag,

kein Windhauch weht Kühle in die Gemüter,

ruhig liegt das Meer, schweigt vor sich hin

und sonnt sich spiegelglatt in seinem Glanze.

Palmenblätter hängen reglos wie benommen

und der alte Olivenbaum steht silbern in seiner Ruh´,

Tauben, die auf seinen Ästen sitzen,

gurren ihre Lieder in die flirrende Luft,

derweil ein Schmetterling an mir vorüber zieht,

lautlos tanzend in all seiner Schönheit.

Fremdsprachige Stimmen dringen an mein Ohr,

die von einer Leichtigkeit getragen sind,

dass sie klingen wie schöne Melodien,

so wie die Gitarrenmusik,

die, von Melancholie getragen,

ihren Weg sich bahnt durch müde Gassen,

und sie regelrecht in Wehmut versetzt.

Ein südlicher Nachmittag im Februar,

der mich in seiner Trägheit erfasst

der mich in die Stille leitet ~

und es ist meine Seele,

die wie der Frühling erblüht.

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Januar im Süden

 

Es ist, als ob der Frühling atmet,

aus tiefen Lungen, Zug um Zug ~

und in des Himmels blauem Bett

verlieren Wölkchen sich im Flug.

 

Der Palmen grüne Federzweige

bewegen sachte sich im Blau,

der Amsel Melodiengeige

verjagt das allerletzte Grau.

 

 Mein Herz, es möchte mir zerspringen,

die Lebensgeister aufgewacht ~

und Seelchen will die Flügel schwingen,

hoch über alle diese Pracht.

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In meinen Tiefen

 

Siehst du nicht mein Herz,

Das ich vor dir ausgebreitet?

Damals, in einer stillen Stunde,

Da du mir deines versprachst ~

Hast leis´es wieder mitgenommen,

Mir meine Sonne verhängt,

Mir meine Stunden ertränkt,

Mich aller Sterne beraubt.

Und doch...

... Lebst du in meinen Tiefen.

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Lied der Sehnsucht

 

Lass es noch einmal erklingen,

das Lied der Sehnsucht,

lass meine Seele noch einmal tanzen ~

und mein Herz vor Glück zerspringen.

Noch einmal möchte ich fühlen,

diese Leichtigkeit des Seins

möchte schweben in deinen Armen,

von dir gehalten,

von dir getragen sein,

die Geborgenheit spüren,

die du mir immer geschenkt ~

und frei sein mit dir,

nur mit dir.

Oh lass es noch einmal erklingen,

das Lied unserer Sehnsucht.

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Einsam

 

Verlassen abends alle Straßen,

wenn die Stadt sich schlafen legt,

einsam auch die kleinen Gassen,

öde, trostlos, leergefegt.

 

Nur der Bettler schaut durch jede Scheibe,

jede Tür, in jeden Schacht,

auf der Suche nach der Bleibe,

die ihn trägt durch diese Nacht.

 

Einsamkeit macht tränenleer,

schenkt dem Geiste nur noch Schmerz,

des Bettlers Füße, bleiern schwer,

sind sie doch müde, müde wie sein Herz.

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Freigeist

 

So licht ist es und weit um dich,

schon greifst du nach den Sternen,

die noch in weiten Fernen,

doch fühlst du freiheitlich.

 

Dein Geist schwebt über allen Weiten,

du bist ein Grenzlosgänger,

ein Tausend-Winde-Fänger ~

und Herr über alle Gezeiten.

 

So lass dich tragen von den Winden,

weit über unser Denken hinaus,

der Freiheit wächst kein Haus,

drin würde sie erblinden.

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Sommerlust

  

Ein Hauch streicht über gold´ne Wiesen,

die Halme wiegen sich im Wind

als ob aus allen Paradiesen

die Freuden ausgebrochen sind.

 

Die Sommersonne, heiß und lüstern,

trinkt träge alle Bäche leer

und über allem liegt ein Flüstern

und eine sinnliche Begier.

 

Der Sommerfreuden tiefste Tiefen

ergreifen mich und meine Lust,

Gefühle, die die Zeit verschliefen,

erfüllen nunmehr meine Brust.

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Seele in der Hand


Ausgebrannt, die Seele in der Hand
Nacktes Überleben
Und alle Weiten sind verbannt
Den Tagen bleibt ein ängstlich Beben.


Es sind die Träume mir verloren
Wo ist nur das Sternenheer
Keiner wird mehr neu geboren
Und auch die Flüsse fließen nicht mehr.

Selbst die Musik ist längst verklungen
Alle Stunden ohne Laut
Versprochen einst von Engelszungen
Ist alles in der Zeit ergraut.

Münder woll'n nichts mehr verkünden
Und alle Herzen sind so leer
Selbst in den tiefsten Wiesengründen
Blühen keine Blumen mehr.

Einsamkeit in allen Welten
Wo bleibt nur des Lebens Sinn
Selbst in all den Himmelszelten
Fließen nur die Stunden hin.

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Morgens

Erste Morgennebel ziehen
übern Horizont ins Land,
Ängste dieser Nacht entfliehen
eiligst in dem schwarz Gewand.

Zartes Rot der Frühlingssonne
flutet bald den jungen Tag,
selbst die Stunde wagt mit Wonne
ihren ersten Flügelschlag.

Schon spür ich den Puls der Freiheit,
die Gedanken weiten sich ~
und Sehnsucht reift in meine Zeit,
neuer Tag beflügelt mich.

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Schrei der Nacht

Es ist der Schrei der Nacht,
der lautlos mich erfüllt ~
und mit aller Macht
meine Sehnsucht schwillt.

Ich greif nach den Sternen,
die glüh'n am Firmament,
überwinde Fernen,
bis mein Herze brennt.

Nun gibt es kein Zurück
in frostig Einsamkeit,
sternenhelles Glück
lebt hier meine Zeit.

Jedoch der Morgen ruft
in mein Seelig sein,
kalt alsbald die Luft,
alles war nur Schein.

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Frühling in deinem Herbst

Und wenn der Frühling dann
Deinen Herbst erhellt
Sich ganz profan
Dir in den Weg sich stellt
Wenn er mit ersten Blüten
Deinen Blick besticht
Wenn er behüten
Will der Sonne Licht
Dann weitet er dein altes Herz
Und Wärm in deine Seele zieht
Froh und ohne Schmerz
Klingt nun dein Abendlied

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Du verstehst mich jetzt

 

Vor Jahr und Tag schon
hast du ihn betreten,
den endlosen Raum der Ewigkeit;
schmerzvoll wurden alle Tage.
In Trauer blieb ich zurück ~
und doch auch befreit.

 

Als alle Ketten fielen,
konnte ich mich endlich selbst erkennen,
konnte all meine Nöte offen legen
und all meine Wunden bluten lassen,
die so lange ich verbarg.
Ich bekannte mich zu meinen tiefsten Gefühlen,
befreite meine gefangenen Gedanken
und erlöste mein eingeengtes Herz.

 

Nun kann mein Allerinnerstes ich dir zeigen,

ich spüre, du verstehst mich jetzt!

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Vaters geliebtes Gesicht
 
Dein Antlitz war so wunderschön,
denn da waren die Spuren deines Lebens,
eingegraben, wie kleine Furchen auf einem Feld.
Kleine Hügel, kleine Täler,
feine Äderchen und Tränensäcke,
die Augenlider lagen auf den Wimpern
und auch deine Lippen trugen Fältchen.
Kleine Lachfalten umspielten deinen Mund
und deine Stirn trug Spuren der vergangenen Sorgen,
umrahmt von ergrautem Haar.
Manchmal verlor sich dein Blick im Innern,
manchmal auch in der Ferne ~
manchmal jedoch lachten deine Augen und sprühten,
wie die eines Kindes ~
und du ließest in deine Seele blicken,
tief in deine Kinderseele.
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