Tiefe

Die Tiefe dieser Welt
wird sich mir nie erschließen,
geboren und hinein gestellt:
komm... lass es fließen!

So trieb ich mit dem Lebensfluss
hinein in meine Tage,
es war ein Wollen und ein Muss,
ist nach dem Sinn die Frage.

Und so sehe ich mich gehen,
in meinen eig'nen Spuren,
die alsbald die Wind' verwehen,
in diesen endlos weiten Fluren.

~~~

 

Sturm der Zeit

Oh, halt die Winde in der Hand,

denn sie möchten stürmen
über sommerwarmes Land
und den Tag erzürnen.

Diese Stunden sind ein Teil
meiner winz'gen Ewigkeit,
die ich hoffend hier verweil ~
und im Sturm verweht die Zeit.

~~~

 

Tränenperlen

 

 Manchmal
in einer schlaflosen Nacht
erscheinen Tränen wie Perlen mir

und ich fädele sie auf
Perle für Perle
auf einen Faden aus Träumen

und versenke sie
im Rot des jungen Morgens

~~~

 

Stille Stunden

 

Ich liebe die Tiefe

meiner stillen Stunden,

wenn all die Wunden

ihre Häupter neigen

und fortan schweigen.

Wenn dann die Seele
die Flügel ausbreitet,
von Sehnsucht geleitet
sich löst und erhebt,
ganz leise entschwebt.

~~~

Bis zum Hahnenschrei

Es sprengt eine Weite beinah mir die Brust,
hat gar endlos viele Triebe ~
und schau - im Herzen tanzt die Lust
Ringelreihen mit der Liebe.

Mein Geist möcht ins Unendlich fliehen,
denn viel zu eng ist ihm die Welt,
ach, könnt er mit den Träumen ziehen,
sternwärts, tief ins Firmament.

Dort, losgelöst von aller Schwere,
weit entfernt vom kleinen Erdensein,
dort, in der himmlisch stillen Leere,
frei sein... bis die Hähne schrei'n.

~~~

 

Schicksal

 

"Das Schicksal meint es gut mit dir" ~
man sagte es dir schon so oft,
doch wer weiß denn schon?
Das Schicksal trägt sich nicht offen,
es stellt dein Gesicht in die Zeit,
schließt die inner´n Gewänder
und waltet in dir ~
wie ein Sturm, aus der Hölle entlassen,
wie ein Licht, das dem Himmel entsprang ~
und du kennst das Leben nicht...
doch wer weiß das schon?

~~~

 

 Morgen


Auf morgen liegt all meine Hoffnung,

morgen wird alles gut.
Dann, ja dann beginnt meine Zeit.
Es wird heller sein, als heute
und viel heller, als gestern ~
in meiner Seele und in meinem Herzen;
nicht nur der Tag wird leuchten.

Ich sehe mich schon stehen ~
mit einem Lächeln auf den Lippen,
reiner Liebe im Herzen,
mit weit geöffneten Armen...
...für mein Gegenüber,
...für andere Seelen...
...und für mich.
Die Gedanken endlich frei,
von Flügeln getragen, über den Horizont,
dorthin, in diese endlose Leichtigkeit,
die sich auch meiner Seele bemächtigt
und mich befreit von Ängsten,
von all diesen Ängsten aus dem Gestern.
Morgen...
...ja morgen!

~~~

 

Glück

Tango tanzen, Wolken fangen,
Sternenpflücken in der Nacht,
Menschenhände, rote Wangen
und ein Mund, der lacht.

Wasser aus dem Bächlein trinken,
spüren, tief ins Herz hinein,
lieben, bis die Lider sinken
in dein Glücklich sein.

~~~

 

Seelenkind

Meine Seele ist so leer,

hilflos scheint sie mir nach Halt zu suchen,
nach einem Sinn für ihr Sein.
Sie möchte sich einkuscheln
in eine große, warme Hand,
eine Hand, die sie umfassen kann,
die sie schützen und die sie tragen kann,
die sie wortlos umhüllt
und alle Ängste nimmt,
denn meine Seele ist noch Kind,
wehrloser, als ich je gedacht.

~~~

 

Nachts

   

Trag meine Gedanken hinaus in die Ferne,
ich möcht wieder leichten Herzens sein,
dort, im ewigen Garten der Sterne,
sind all meine Sorgen so klein.

 

Ich werde das Sternenlicht tanken,
bis hell erleuchtet mein Herz,
mit der Sichel des Mondes wanken,
verlieren jeglichen Schmerz.

Und gibt die Nacht mich dann frei,
wird es ein Leichtes mir sein,
hoffnungsfroh und sorgenfrei,
zu erspüren mein neues Sein.

~~~

 

 

 

Es mehren sich die Jahre

 

Immer größer wird mein Sein,
es mehren sich die Jahre,
so schnell vergeht die Zeit im Schein,
schärft den Blick fürs Offenbare.

Immer weiter wird mein Herz,
wenn auch der Wind zum Sturm sich bläht,
fernwärts bläst er mir den Schmerz,
weil Liebe stets nur Liebe sät.

Immer freier wird mein Seel´~
und der Horizont verschwimmt,
wenn als kostbares Juwel
einst die Ewigkeit mich nimmt.

~~~

 

 

Sehnsucht

Es steigt die Sehnsucht aus den Flüssen,
legt wie ein Schleier sich zur Nacht ~
und Menschen, die allein sein müssen,
ergreift alsbald schon ihre Macht.

Wie Lieder, die noch nicht geschrieben,
Musik, die keine Noten kennt,
werden Herzen nun getrieben,
von Lieb, die keinen Namen nennt.

Es wird das Rot des Morgens sein,
das Hoffnung auferstehen lässt,
wenn´s sich erhebt vorm Sonnenschein,
den dunklen Horizont verlässt.

~~~